Ratingagenturen

Was die Schufa im kleinen für Deutschlands Bürger ist, das sind Ratingagenturen für die Großen, nämlich für börsennotierte Banken, Unternehmen und sogar für Staaten. Die Ratingagenturen bewerten nach eigenem Gutdünken die Kreditwürdigkeit dieser Institutionen und geben sie an Interessenten weiter. Besonders bekannt sind die drei amerikanischen Agenturen Fitch, Moodys und Standard & Poors. Im Zuge der Eurokrise wurden sie auch in Deutschland bekannt. Die Ratingagenturen bewerten die Ausfallwahrscheinlichkeit von Forderungen und vergeben dazu Noten. So ist beispielsweise AAA die Bestnote für Anleihen der Bundesrepublik Deutschland, da praktisch kein Ausfallrisiko besteht. Ein einfaches A – beispielsweise noch unterteilt in A1, A2 und A3 – kennzeichnet ein Unternehmen, das seine Verbindlichkeiten sicher tilgen kann, wenn keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten. B in verschiedenen Stufungen reicht von durchschnittlichen Anlagen bis hin zu sehr spekulativen Anlagen, und bei mit C bewerteten Forderungen ist mit mehr oder weniger großem Ausfall zu rechnen. Das Rating ist ein Hilfsmittel für Anleger. Sie brauchen sich, um die Schuldner nicht zu kümmern, sondern orientieren sich ausschließlich am Rating. Damit können sie die Sicherheit ihrer Anlage steuern. Je besser das Rating, desto sicherer die Rückzahlung und desto niedriger die Zinsen. Darin liegt die Angst von Schuldnern, auch von Staaten, begründet, die bei schlechterem Rating höhere Zinsen bezahlen müssen.

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