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 Dukatenscheisser Wissen - rund um`s Geld - Liechtenstein als Finanzmarktplatz - Teil 2

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Startseite > Artikel > Liechtenstein als Finanzmarktplatz - Teil 2

Artikeldatum: 2011-04-20 | Autor: Anton Anonymus | Aufrufe: 10120 | Kategorie: Sonstiges

 

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Liechtenstein als Finanzmarktplatz - Teil 2

Das Fürstentum Liechtenstein ist international bekannt als Steueroase und attraktiver Finanzplatz. Spätestens seit der Steueraffäre um den Postchef Klaus Zumwinkel kennt das kleine Land jeder. Dabei ist allerdings meist nur bekannt, dass Liechtenstein als Steueroase gilt mit Bankgeheimnis und Tausenden von Stiftungen.


 Liechtenstein hat den Ruf, eine Wohlstandsinsel zu sein. Tatsächlich hat Liechtenstein nur 35.000 Einwohner, von denen lediglich etwa zwei Drittel die liechtensteinische Staatsbürgerschaft.


Noch vor 50 Jahren galt Liechtenstein als Bauernstaat, vergleichbar wie heutzutage Indien. Doch dieses Bild verbesserte sich schnell. Heute besitzt Liechtenstein ein Brutto-Inlandsprodukt von 4555 Millionen Schweizer Franken, dies entspricht einem Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner von 112.000 Schweizer Franken. Mit dieser Wirtschaftsleistung liegt Liechtenstein im internationalen Vergleich ganz weit vorne. Rechnet man vergleichsweise das deutsche Bruttoinlandsprodukt in Schweizer Franken um, so kommt man lediglich auf 43.000 Schweizer Franken pro Einwohner.


 Ein großer Teil dieses Wohlstandes wird von Finanzdienstleistern erarbeitet. Schon früh gelang es dem Fürstentum ausländische Gelder ins Land zu locken, wo sie steuergünstig in Sitzgesellschaften angelegt wurden. Daraus ging ein Gesellschafts- und Bankenwesen hervor, das bis heute eine große Stütze für die liechtensteinische Volkswirtschaft darstellt.


Neben rund 80.000 Sitz- und Holdingunternehmen gibt es derzeit in Liechtenstein 16 Banken, die eng mit dem Gesellschaftswesen verknüpft sind. Seitdem Liechtenstein in den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) eingetreten ist, will sich das Land zusätzlich als Versicherungs- und Fondsstandort etablieren. Doch auch, wenn die Finanzmarktaktivitäten in Liechtenstein vorbildlich sind, sollte man das Land nicht darauf reduzieren. Denn das Land verfügt neben dem Finanzsektor über eine breite Branchenlandschaft. Im gesamten Finanzdienstleistungssektor sind lediglich 15 Prozent der Beschäftigten tätig. Diese weisen allerdings eine sehr hohe Produktivität auf. Regelmäßig erwirtschaftet diese Branche fast 30 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung.


 Allerdings wir der größte Teil der Bruttowertschöpfung mit 40 Prozent vom industriellen Sektor erwirtschaftet. Vergleicht man diese Zahlen mit Deutschland, so werden hier lediglich 30 Prozent der Bruttowertschöpfung vom produzierenden Gewerbe hervorgebracht. Der industrielle Sektor umfasst in Liechtenstein cirka 600 Unternehmen, von denen fast ausschließlich alle für den internationalen Markt produzieren und dort mit ihren Produkten Marktführer sind. Beispielhaft wären hier ThyssenKrupp und Hilti zu nennen.


Da Liechtenstein durch den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum eng mit der Europäischen Union verbunden ist, geht der Großteil der Exporte an Europa. Hauptabnehmerland ist Deutschland, dicht gefolgt von Österreich und Frankreich. Auch bei den Importen ist Deutschland der wichtigste Außenhandelspartner. Um auch hier Vergleichsgrößen heranzuziehen, sei zu sagen, dass Liechtenstein sechs Mal so viel exportiert pro Kopf wie Deutschland. Und auch bei den Importen ist die Zahl pro Kopf vier Mal so hoch. Es stellt sich natürlich die Frage, ob diese positive Entwicklung auch in Zukunft beibehalten werden kann. Dies hängt von den Erfolgen im globalen Innovations- und Standortwettbewerb ab. Somit sind die Herausforderungen, vor denen Liechtenstein in Zukunft stehen wird, die gleichen, wie bei den anderen europäischen Volkswirtschaften. Es ist also wichtig, dass Liechtenstein viel in seine Innovationsfähigkeit investiert. Und zwar darf Liechtenstein in diesem Bereich nicht nur auf den Wirtschaftssektor achten, sondern auch auf den Bildungssektor. Denn auch der Aufbau von Humankapital ist wichtig, um im internationalen Vergleich zu bestehen und als Finanzmarkt weiter interessant zu bleiben. Dass Liechtenstein auch hier auf einem guten Weg ist, zeigt die neuste PISA-Studie. Denn hier hat Liechtenstein viele europäische Länder, auch Deutschland und Österreich, hinter sich gelassen.


Was die Entwicklung der Beschäftigten angeht, so ist Liechtenstein weiterhin auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Einwohnerzahl und Arbeitsplätze halten sich im Fürstentum die Waage. Derzeit sind hier 31.000 Personen beschäftigt, davon sind rund zweidrittel Ausländer. Diese Ausländer leben entweder in Liechtenstein oder sind Grenzgänger. Aufenthaltsbewilligungen sind in Liechtenstein beschränkt und die Zulassungspolitik ist sehr streng. Vor diesem Hintergrund spielt die Grenzgängerbeschäftigung eine immer größer werdende Rolle. Für die Zukunft muss Liechtenstein diese Politik überdenken, um im globalen Wettbewerb weiterhin erfolgreich sein zu können. Heutzutage sind für Arbeitnehmer nämlich nicht mehr nur harte Standortfaktoren, wie niedrige Steuern, ausschlaggebend, sondern auch weiche Faktoren, wie Lebens- und Umweltqualität. Gerade im Zuge der Harmonisierung der Arbeitsplätze in Europa muss man sich als Land durch diese weichen Faktoren beweisen, um hoch qualifizierte Arbeitskräfte für sich zu gewinnen. Zurück  zu


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